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Der lange Weg zum kurzen Jubiläum

Gerhard Veits | 25. Juni 2018 | Ausbildung

Der lange Weg zum kurzen Jubiläum

25 Jahre Österreichische Versicherungsakademie

Die Österreichische Versicherungsakademie (ÖVA) feiert ihr 25jähriges Bestehen: Ein guter Grund, hinter die Kulissen zu schauen. Wie kam es zur Gründung, wer stand dahinter, und wie haben sich Ausbildungsangebote, Strukturen und Referenten verändert? Akademieleiter Gerhard Veits erinnert sich.

Schon in den 80er Jahren, lange vor dem Start der Akademie, organisierte der Österreichische Versicherungsmaklerring (ÖVM) regelmäßig Seminare, zumeist anlassbezogen, etwa als Reaktion auf Gesetzesänderungen oder besondere OGH-Entscheidungen. Der steigende Bedarf an Fortbildungskursen wurde sehr rasch sichtbar, war doch das Angebot überschaubar.

Durch die wachsende Zahl der ÖVM-Mitglieder vermehrten sich die Zurufe mit konkreten Seminarwünschen, die dann zumeist auch erfüllt werden konnten. Daraus entwickelten sich neue Anforderungen an den Vorstand und an das Sekretariat hinsichtlich Organisation, Durchführung und Verwaltung dieser Weiterbildungsmaßnahmen. 1993 entschloss sich der ÖVM-Vorstand zur Einrichtung einer eigenen Bildungssektion im Verein, und damit zur Einrichtung der Österreichischen Versicherungsakademie ÖVA. Dabei ging es nicht nur um die buchhaltärische Darstellung der Bildungsaktivitäten, sondern auch um deren Aufwertung mit der unmissverständlichen Bezeichnung „Akademie“.

Seminaranbieter mit Top-Reputation

Die zu Beginn überschaubare Anzahl an Kursen und deren kontinuierliche Steigerung ermöglichte es allen Beteiligten, langsam in die Verantwortung hineinzuwachsen und eine gesunde Entwicklung zu gewährleisten. Natürlich war es gerade die Betriebsamkeit der Akademie, die personelle Erweiterungen des Sekretariats erforderlich machte. So konnte sich die ÖVA bald als anerkannter Seminaranbieter am Markt etablieren.

Das ging alles sehr rasch und aufgrund des Engagements aller Beteiligten sehr effizient und kostenbewusst. Während sich die Teilnehmerschaft anfänglich noch auf die ÖVM-Mitgliederschaft beschränkte, wurde das Bildungsangebot schon bald auch von Nicht-Mitgliedern genutzt. Aus gutem Grund:

Schon sehr früh, also ebenfalls in den 1980er Jahren, erkannten Makler wie Maklerunternehmen, dass es gerade für ihre Mitarbeiter/innen kaum Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten außerhalb des eigenen Unternehmens gab. Zu diesem Zweck wurde im ÖVM der Grundschulungslehrgang konzipiert, der eine ganze Seminarreihe beinhaltete.

Dieser Lehrgang wurde laufend weiterentwickelt und verbessert, mit zusätzlichen Modulen erweitert und quer durch Österreich angeboten, bis heute. Dies wiederum ermöglichte es den Maklerbetrieben, ihr Personal zur Erlangung der fachspezifischen Grundkenntnisse vertrauensvoll in die ÖVA zu entsenden. 
Seit vielen Jahren können die Absolvent/innen diese Grundschulung nunmehr auch mit einer Prüfung abschließen, womit deren Lernerfolg eine branchenweit anerkannte Bestätigung erhält. Dies ist vor allem deshalb von großer Bedeutung, weil Ausbildung wie Zeugnisse eine zentrale Grundlage für die Bewertung neuer Mitarbeiter/innen und Maklernachwuchs sind. Und der Maßstab für den Rekrutierungsbedarf.

 

Seminarzentrum in Wien

Daneben entwickelte die ÖVA eine ganze Fülle weiterer Kursangebote, die sich in die Bereiche „Fortgeschrittenen-Seminare“, „Spezial-Seminare“ und „Studienreisen“ unterteilen lassen. Hinzu kam ein Aufbaulehrgang, der sich als fachliche Zusatzqualifizierung versteht – für Personen mit abgeschlossener Grundausbildung. Auch dieser Lehrgang besteht seit Beginn aus mehreren Modulen, die auf Wunsch auch einzeln gebucht und besucht werden können.

Für Absolventen des gesamten Lehrgangs steht zudem die Möglichkeit offen, eine Abschlussprüfung mit entsprechender Dokumentation abzulegen. Erklärtes Ziel ist es, den Absolventinnen und Absolventen die fachliche Basis für das betriebliche Versicherungsgeschäft zu vermitteln. Und der Maklernachwuchs ist für die ganze Branche kostbar. Eine große Bereicherung für die Entfaltungsmöglichkeiten war daher im Jahre 2010 die Einrichtung eines eigenen Seminarzentrums in Wien, unmittelbar am Vereinssitz des ÖVM im 14. Bezirk.

 

Jährliche Ausbildung für die Maklerpraxis

Dass sich der ÖVA-Ausbau auch auf die erforderliche Anzahl qualifizierter Referent/innen ausgewirkt hat, versteht sich von selbst. Der bewährte Lehrkörper wurde ständig erweitert und rekrutiert bis heute die Besten der Branche. Neben engagierten Praktikern unterrichten unter der Flagge der ÖVA Universitätsprofessor/innen, Jurist/innen und Gerichtssachverständige mit Blick auf das Wesentliche.

So wird auch klar, dass die nächsten großen Schritte im -Rahmen der EU-Richtline IDD – die Verpflichtung jedes Maklers zur jährlichen Weiterbildung im Ausmaß von 15 Stunden – von der ÖVA effizient bewältigt werden können.

 

Anerkannter
Bildungsträger

All diese Aktivitäten wurden auch öffentlich belobigt und belohnt. Seit nunmehr zehn Jahren ist die ÖVA von der Donau Universität Krems als anerkannter Bildungsträger zertifiziert. Damit wird die inhaltliche und strategische Qualität der hier angebotenen Bildungsangebote auch staatlich anerkannt und Maklerbetrieben die Möglichkeit eröffnet, öffentliche Förderungen zu beantragen. Für die Versicherungen des Landes schließlich ist die Maklerausbildung ein wichtiges Standbein zur Weiterentwicklung der Beratungsqualität. 

Doch zum Feiern bleibt wenig Zeit: Mit der EU-Konsumentenschutzrichtline IDD und der damit einhergehenden Weiterbildungsverpflichtung jedes aktiven Versicherungsmaklers in Europa kommen auf die Österreichische Versicherungsakademie hohe Qualitätsanforderungen zu. Sowohl das Ausbildungsprogramm als auch die Zahl der Kurse, Seminare und Referenten muss deutlich ausgebaut werden. Dies bringt zusätzliche Verantwortung, aber auch neue Chancen mit sich. Die ÖVA ist bereits gerüstet.