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was ist das...?

Mag. Alexander Meixner | 05. November 2017 | Recht

was ist das...?

Mit dieser Serie/Rubrik wollen wir dem interessierten Leser Begriffe

aus der Finanzwirtschaft näher -bringen, um für etwaige Kundenfragen

gewappnet zu sein. Frei nach dem Motto:

„Was wir wissen, ist ein Tropfen; was wir nicht wissen, ein Ozean.“

                                                                                     Sir Isaac Newton

 

Kündigung und Entlassung

Arbeitsverhältnisse können auf verschiedene Art und Weise aufgelöst werden. Der Arbeitgeber kann  einem Arbeitnehmer kündigen oder entlassen. Die Unterschiede zwischen diesen Auflösungsformen zu kennen, ist wichtig, weil damit unterschiedliche Fristen, Rechtsfolgen und Zahlungsverpflichtungen verbunden sind.

 

Kündigung

Die Kündigung ist eine eindeutige und bestimmte Erklärung des Arbeitgebers oder Arbeitnehmers  – schriftlich, mündlich oder konkludent –, wonach das Arbeitsverhältnis mit Ablaufen einer bestimmten Frist (Kündigungsfrist) zu einem bestimmten Zeitpunkt (Kündigungstermin) als aufgelöst zu gelten hat. Demnach ist eine fristlose Kündigung nicht möglich. Die Kündigung muss dem anderen Teil jedenfalls zugegangen sein, bedarf jedoch keiner Begründung.

Unter der Kündigungsfrist versteht man jene Zeitspanne, die zwischen dem Zugang der Kündigungserklärung und dem Kündigungstermin des Arbeitsverhältnisses liegt. Kündigungstermin ist jener Zeitpunkt, an dem das Arbeitsverhältnis endgültig endet. Sowohl die Kündigungsfrist als auch der Kündigungstermin sind voneinander unabhängig einzuhalten. Wird bei Ausspruch der Kündigung kein Kündigungstermin genannt, gilt die Kündigung als bis zum nächsten zulässigen Termin erklärt.

Mit dem auf den Kündigungsausspruch folgenden Tag beginnt die Kündigungsfrist zu laufen.  Während dieser Frist ist das Arbeitsverhältnis aufrecht. Das heißt, der Arbeitnehmer muss weiterhin arbeiten und der Arbeitgeber ist zur Entgeltfortzahlung verpflichtet. Wird das Arbeitsverhältnis ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gelöst, hat der Arbeitnehmer Anspruch auf eine Kündigungsentschädigung. Demnach erhält der Arbeitnehmer das Entgelt bis jenem Zeitpunkt, an dem das Arbeitsverhältnis unter ordnungsgemäßer Einhaltung der Kündigungsfrist geendet hätte.

 

Entlassung

Die Entlassung ist die fristlose, einseitige Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber. Sie ist nur möglich, wenn dafür bestimmte, im Angestelltengesetz bzw. der Gewerbeordnung definierte Entlassungsgründe vorliegen.

Eine Entlassung muss vom Arbeitgeber – abgesehen von einer kurzen Überlegungsfrist – unverzüglich nach Bekanntwerden des Entlassungsgrundes ausgesprochen werden. Eine zu spät ausgesprochene Entlassung ist – trotz Vorliegens eines Entlassungsgrundes – unberechtigt. Eine rückwirkende Entlassung ist nicht möglich.

Für eine Entlassung gibt es keine Formvorschrift. Sie kann schriftlich, mündlich und sogar schlüssig erfolgen. Schlüssig heißt, dass aus einer stillschweigenden Handlung des Arbeitgebers unzweifelhaft auf die sofortige Beendigung (Entlassung) geschlossen werden kann.

Eine unberechtigte Entlassung kann für das Unternehmen teuer werden. In  einem solchen Fall kann der Arbeitnehmer nämlich das Entgelt bis zum korrekten Ende des Arbeitsverhältnisses in Form einer so genannten Kündigungsentschädigung sowie eine gegebenenfalls zustehende Abfertigung (alt) bzw. sogar die Fortbeschäftigung verlangen.