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Chancen und Risken von Versicherungsgeschäften im Ausland

Ing. Alexander Punzl | 31. Oktober 2022 | Wirtschaft & Steuern

 

 

ESG ist in aller Munde, drei Buchstaben, welche die Welt verändern sollen. Während „Environment“ für die Versicherungswirtschaft kreatives Denken erfordert und „Social“ dem Grundprinzip der Versicherung im Sinne der Gefahrengemeinschaft ja eigentlich im Blut liegt, ist „Governance“ ein Bereich, welcher im letzten Jahrzehnt und insbesondere seit Solvency II zusehends an Traktion gewonnen hat.

 

Das sich die Versicherungswirtschaft an die Gesetze zu halten hat scheint im ersten Blick selbstverständlich und logisch – selbst im Lichte, dass Österreich im Korruptionsindex 2021 zwar Punkte verloren aber dennoch Plätze gut gemacht hat  – der Vergleich bringt es.

 

Was für lokales Versicherungsgeschäft mit IPID, Beratungsverpflichtung und Geldwäscheprüfungen je nach Sparte schon sehr umfassend sein kann, wird im internationalen Geschäft ums Quadrat komplexer. Neben den österreichischen Gesetzen sind dann auch die lokalen Vorschriften zu befolgen, welche durchwegs sehr unterschiedlich gestaltet sein können.

 

Dazu kommen mitunter sehr unterschiedliche Zugänge zum Thema Versicherung an sich. Selbst bei unseren unmittelbaren Nachbarn sind im Bereich der Haftpflichtversicherung gravierende Unterschiede festzustellen. So ist es beispielsweise in Deutschland usus auch Normalbetriebsdeckungen für Umweltschäden anzubieten, etwas, dass für sämtliche Tätigkeiten im Sinne des Anhang III der einschlägigen EG-Richtlinie 2004/35/EG  auf jeden Fall ratsam ist – zumal mancherorts Funkenflug mit anschließendem Feuer als Umweltschaden gesehen wird.

 

In Italien wird hingegen eine Employers Liability notwendig, welche die teilweise horrenden immateriellen Schadenersatzforderungen des Trauergeldes abdeckt, mit der so manche Arbeitgeberin konfrontiert wird.

 

Aber auch für Verbotsländer – also solche Länder, in denen es einem Österreichischen Versicherer verboten ist direkt Versicherungsschutz zu gewähren – ist ein Nachbarland ein unmittelbares Beispiel: die Schweizer Eidgenossen stehen in diesem Bezug auf derselben Ebene wie Brasilien oder Indien.

 

Das Verlassen auf kostengünstige, rein inländische Lösungen hat spätestens jetzt ausgedient – zu schnell klappt die Haftungsfalle zu, die wie ein Damoklesschwert über den Häuptern unserer Branchenkolleg:innen hängt.

 

Das lässt sich auch einfach am Begriff „good local standard“ demonstrieren, unter welchen jede Leserin und jeder Leser dieser Zeilen etwas anderes auflisten würden, wären Sie nach den drei wichtigsten Deckungserweiterungen in der Feuerversicherung befragt. Dies gilt erst recht im internationalen Bereich.

 

Von größter Wichtigkeit bei internationalen Versicherungslösungen ist dabei die Zusammenarbeit mit verlässlichen Partnern, die über einschlägiges Know-how verfügen. Dabei ist einerseits die Wahl des Versicherers ausschlaggebend, andererseits aber auch jene des Korrespondenzmaklers.

 

Der ÖVM hat sich dabei die Zusammenarbeit mit dem EURIBRON Netzwerk gesichert, welches weltweit über 350 Büros mit lokalen Ansprechpartner:innen für Gewerbekund:innen verfügt. Dies soll sicherstellen, das ÖVM Mitglieder auch für einzelne Kundenverbindungen die Möglichkeit erhalten auf ein breites Netzwerk zugreifen und adäquate Lösungen selbst für die herausforderndsten Risiken bieten können. Dies gilt sowohl vor, während und auch nach der Vertragserrichtung, insbesondere auch die lokale Betreuung im Versicherungsfall.

 

 

Sämtliche Anfragen werden in Österreich dabei über eine zentrale Stelle koordiniert um die Qualität sicherzustellen ohne dass dabei kundenspezifische Daten preiszugeben sind. Zusätzlich bietet der ÖVM regelmäßige Fortbildungsmöglichkeiten zu internationalen Programmen die sich sowohl an Einsteiger als auch Profis richten.