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„DER STURM“ „NOAH“ ODER „THE DAY AFTER“

Ing. Alexander Punzl | 30. September 2021 | Intern

„DER STURM“ „NOAH“ ODER „THE DAY AFTER“

Das sind bekannte Filmtitel, sie könnten aber auch Headlines aus den Medien der jüngeren Vergangenheit sein.

Jahrhunderthochwasser in Rheinland-Pfalz/ Nordrhein-Westfalen und Hallein, ein Tornado im Weinviertel oder Waldbrände in Griechenland und der Türkei. Es braucht keine Science-Fiction Filme, wir müssen nur in die Zeitungen oder Nachrichten schauen. Abgesehen von den bedauerlicher Weise im Zuge dieser Naturkatastrophen getöteten Menschen, gibt es Sachschäden in Milliarden-Höhe. Alleine in Deutschland soll die Versicherungswirtschaft für versicherte Schäden € 10 Milliarden an Rückstellungen gebildet haben. Die Schere zwischen Versicherungsbedarf und Versicherbarkeit geht immer weiter auf, die private Versicherungswirtschaft gerät zusehends an ihre Leistungsfähigkeit.
Schon vor rund 20 Jahren, nach dem großen Hochwasser in Zwettel, hat die Versicherungswirtschaft die Versicherbarkeit von Naturkatastrophen in Frage gestellt und sucht nach sinnvollen und finanzierbaren Lösungen.

Auch wenn es momentan ein denkbar schlechter Zeitpunkt ist, über verpflichtenden Versicherungslösungen zu diskutieren, führt meines Erachtens in Sachen Naturkatastrophen kein Weg an einer Pflichtversicherung vorbei.
Der Versicherungskunde am Berg braucht keine Hochwasserversicherung und der Kunde in der Ebene keinen Versicherungsschutz im Falle von Lawinen.
Ich bin mir sicher, dass verschiedenste Modelle längst in den Schreibtischladen der Versicherer liegen. Zum Beispiel ein fixer Aufschlag auf die Feuerversicherungsprämie, ähnlich der Feuerschutzsteuer.
Es wurden sicher schon zahlreiche Versuche unternommen, diese in Zusammenarbeit mit der Politik umzusetzen. Bisher aber erfolglos.

Jetzt fragt man sich, warum es bisher zu keiner Lösung gekommen ist? Meiner Meinung nach sieht man die BürgerInnen lieber als Bittsteller gegenüber dem Katastrophenfonds und möchte es sich auch nicht nehmen lassen, Geschädigten medienwirksam in Gummistiefeln Schecks in die Hand zu drücken.
Ich bin der festen Meinung, dass man die finanziellen Folgen aus Naturkatastrophen nur in Kombination von verpflichtender Eigenvorsorge über Versicherungslösungen und der öffentlichen Hand langfristig absichern kann.

Es ist nicht nur 5 vor 12 beim Umweltschutz, darum hoffe ich, dass sich die Versicherungswirtschaft und die Politik endlich zusammensetzen und ein brauchbares Modell entwickeln.
Wir VersicherungsmaklerInnen stehen als unabhängige VersicherungsexpertenInnen für bezügliche Verhandlungen bzw. Gespräche jederzeit gerne zur Verfügung. Es wäre in unser aller Interesse, die BürgerInnen dieses Landes bestmöglich abgesichert zu wissen.

Mit kollegialem Gruß
Ing. Alexander Punzl, ÖVM Präsident