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2020 – EIN VERLORENES JAHR?

Ing. Alexander Punzl | 16. Dezember 2020 | Intern

Noch nie ist es mir so schwergefallen, für das Makler Intern ein Vorwort zu schreiben wie bei diesem. Das Jahr haben wir mit Freude und Elan begonnen, dann im Frühjahr der Beginn der Pandemie und einem noch nie dagewesenen Lockdown, der unsere Gesellschaft und Wirtschaft lahmgelegt hat. Im Frühsommer die Rückkehr zu einem annähernd wieder normalen Leben, getragen von der Hoffnung, dass wir diese gefährliche Krankheit in den Griff bekommen und es ungeschoren durch die kalte Jahreszeit schaffen.

Leider hat es sich nicht bewahrheitet und wir werden wohl damit leben müssen, mit immer wiederkehrenden lockeren oder harten Lockdowns konfrontiert zu sein. Auch wenn der Staat sich redlich bemüht, den Schaden so gering wie nur irgend möglich zu halten, werden wir Menschen und Unternehmen in Österreich schweren Schaden nehmen.

War somit das Jahr 2020 ein verlorenes Jahr?

Ich bin ein großer Optimist und so sehe ich das Glas nie halb leer, sondern immer halb voll.
Die Versicherungsmaklerschaft wurde wie jeder andere Wirtschaftszweig in Österreich von der COVID-19-Krise unvorbereitet und völlig überraschend getroffen.
Trotzdem haben sich alle Kolleginnen und Kollegen rasch auf diese vollkommen neue, unerwartete Situation eingestellt.
Ich bin der Meinung, dass wir durchaus von einem erzwungenen Durchbruch bei der dringend notwendigen Digitalisierung unserer Versicherungsmaklerbüros sprechen können.
Homeoffice, Onlineberatungen, Videokonferenzen, papierloses Arbeiten, rein digitales Übermitteln von Anfragen, Anträgen usw., wir haben – jeder für sich – einen Weg gefunden, wie wir unserer Verantwortung unseren KundenInnen gegenüber gerecht werden. Was sich aber auch gezeigt hat ist, dass unabhängige Beratung und Unterstützung im Leistungsfall gerade in Krisenzeiten besonders wichtig ist und sehr geschätzt wird. Zweifelsohne haben sich die Versicherer sehr bemüht, in dieser Ausnahmesituation ihren VersicherungsnehmernInnen in vielerlei Hinsicht entgegen zu kommen. Aber sinkende Umsätze und Erträge werden mittelfristig ihren Aktionären nicht gefallen.

Einsparungen müssen platzgreifen und ich befürchte, dass das über restriktivere Schadenabwicklungen und Reduktion von persönlichen Services bewerkstelligt wird. Ich bin davon überzeugt, dass wir VersicherungsmaklerInnen gegebenfalls die einzig richtige Antwort auf derartige Restriktionen sind.
Um allen Herausforderungen auch zukünftig gewachsen zu sein, dürfen wir die Aus- und Weiterbildung unserer MitarbeiterInnen und von uns selbst trotz Krise nicht vernachlässigen.
Der ÖVM und die ÖVA werden Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, dabei wie gehabt tatkräftigst unterstützen.

Im Frühjahr haben wir dem Anlass gemäß sofort auf Distance Learning umgestellt, nach dem ersten Lockdown sofort wieder zahlreiche Präsenzseminare angeboten, um Sie nun im zweiten Lockdown wieder mit vielen, interessanten Webinaren bei Ihrer Weiterbildungsverpflichtung IDD-konform zu unterstützen. Eine große Herausforderung für die ÖVA wird jedenfalls die Ausrichtung des Lehrplanes für 2021 sein. Werden wir Sie wieder persönlich bei Seminaren begrüßen dürfen oder/und müssen wir die Veranstaltungen ins Netz verlegen? Es wird eine spannende und herausfordernde Zeit, vor allem für unsere ReferentenInnen, aber auch für unsere 3 Damen im ÖVM-Sekretariat bleiben.

An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich bei allen herzlichst bedanken, die die ÖVA auch in Krisenzeiten am Laufen gehalten haben bzw. halten.
Auch wenn wir diese besonders herausfordernden Zeiten, wie es aussieht, noch lange nicht überstanden haben, glaube ich felsenfest, dass unser Berufsstand sie meistern und auch ihren KundenInnen dabei hilfreich zur Seite stehen wird.

Jedenfalls war 2020 ein schlechtes Jahr, weil wir eine der profiliertesten und engagiertesten Wegbegleiterinnen im Bereich der EDV-Dienstleistungen, Frau Dipl. Ing. Andrea Wellner, nach langer, schwerer Krankheit verloren haben. Ich kannte Andrea seit sehr vielen Jahren und sie hat die Digitalisierung in unseren Versicherungsmaklerbetrieben entscheidend mitgestaltet und vorangetrieben. Nach über 4 Jahren selbständiger Tätigkeit im Bereich IT wechselte Andrea 1994 zunächst als Leiterin der Softwareentwicklung und dann ab Ende 2001 als Geschäftsführerin zu CCA. Ende 2008 legte sie bei CCA das Mandat zurück und gründete Courtage Control Consulting GmbH. Bis zu ihrem viel zu frühen Tod hat Andrea unbeirrt dafür gekämpft, die Versicherungsmaklerschaft EDV-fit für die Herausforderungen unserer Zeit zu machen.
Den Kampf gegen ihre Krankheit hat sie leider verloren! Liebe Andrea, wir werden Dich alle sehr vermissen.

Abschließend wünsche ich in diesen schwierigen Zeiten Ihnen, Ihren Lieben und Ihren MitarbeiternInnen für 2021 vor allem Gesundheit, der Erfolg wird sich dann sicher auch einstellen.

Mit kollegialem Gruß
Ing. Alexander Punzl, ÖVM Präsident