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Höherversicherung

ÖVM | 20. Jänner 2020 | Wirtschaft & Steuern

Höherversicherung

Die Höherversicherung ist im Sozialversicherungssystem in der Unfall- und in der Pensionsversicherung von Bedeutung. Ganz allgemein handelt es sich um eine freiwillige Zusatzversicherung, die im Schadenfall zu einer höheren Leistung führt.

Unfallversicherung

Während bei unselbständig Erwerbstätigen zur Berechnung der Versehrtenrente die Summe der Arbeitsverdienste im Kalenderjahr vor dem Eintritt des Versicherungsfalles herangezogen wird, existiert bei Selbständigen eine fixe, einkommensunabhängige Bemessungsgrundlage. Für 2019 beträgt diese Grundlage EURO 20.473,43. Liegt beispielsweise eine 100%-ige Minderung der Erwerbsfähigkeit eines kinderlosen Unternehmers vor, so erhält dieser 14-mal im Jahr eine Versehrtenrente von rund EURO 1.462,00.   Den selbständig Erwerbstätigen wird aufgrund der fixen Bemessungsgrundlage die Möglichkeit eingeräumt, diese Grundlage durch Zahlung eines Zusatzbeitrages zu erhöhen.

Pensionsversicherung
Durch die Höherversicherung in der Pensionsversicherung lassen sich zukünftige Pensionsansprüche erhöhen. Anders als bei der Weiterversicherung werden keine zusätzlichen Versicherungsmonate erworben, sondern es erfolgt direkt eine Gutschrift der Zusatzbeiträge auf dem Pensionskonto. Eine derartige Zusatzversicherung kann nur zu einer bestehenden Pflicht-, Weiter- oder Selbstversicherung – unabhängig vom Lebensalter – mittels separatem Antrag eingegangen werden.

Der Zeitpunkt der Zahlung(en) und die Beitragshöhe bis zur doppelten monatlichen Höchstbeitragsgrundlage (2019: EUR 10.440,00) ist frei wählbar. Eine Höherversicherung kann jederzeit begonnen oder beendet werden. Durch die Höherversicherung wird ein besonderer Steigerungsbetrag erworben, der sich auf die künftige Pension leistungserhöhend auswirkt. Dieser besondere Zuschlag zur Pension ist zu 75 % steuerfrei. Die restlichen 25 % werden gemeinsam mit der Pension versteuert.

Bis 2016 wurde der besondere Steigerungsbetrag nach Faktoren, die vom Geschlecht, vom Alter zum Zeitpunkt der Beitragsleistung und dem Pensionsantritt des Versicherten abhängt, berechnet. Diese Faktoren wurden durch eine Verordnung des Bundesministers für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz neu festgesetzt. Das europarechtliche Gebot von einheitlichen Faktoren für Frauen und Männer wurde berücksichtigt.

Einkommensteuer
Da es sich bei der Höherversicherung um eine freiwillige Zusatzversicherung handelt, der jeglicher Zwangscharakter fehlt, können sich die dafür aufgewendeten Beiträge nur im Rahmen der „Topf-Sonderausgaben“ bis zur Steuerveranlagung 2020 steuermindernd auswirken, wenn der Antrag vor dem 1. Jänner 2016 eingebracht wurde.